Alles ist relativ – Reflexe der Beschwichtigung

Keine zwei Wochen nach den Geschehnissen am Kölner Hauptbahnhof hat sich die deutsche Medienlandschaft berappelt und nach zaghaften Entschuldigungen für ihre viertägige Arbeitsverweigerung zu bekannten Reflexen zurückgefunden – immer im Gleichschritt mit entsprechenden Forderungen der Politiker.

Statt in Sack und Asche zu gehen, weil die sogenannte Qualitätspresse entweder massiv geschlafen hat oder im Regierungskuschelkurs testen wollte, ob sich das böse Wort von der Flüchtlingskriminalität nochmal unter dem Deckel halten ließe, wird in den einschlägigen Publikationen der große Beschwichtigungskurs gefahren.

Die schöngeistige „Zeit“ etwa ist schwer besorgt, man könne nun Flüchtlinge pauschal verantwortlich machen und konstatiert vorsorglich, die Flüchtlingspolitik müsse „nicht wegen der Übergriffe neu erfunden werden“. Das scheint ohnehin die größte Sorge der „Zeit“ zu sein, daß man nun etwa zu strengeren – oder auch schlicht normaleren – Standards in der Grenzsicherung und der Asylpolitik finden könnte, bloß weil das Leben in Deutschland – v.a. für Frauen – nun etwas rauer wird.

Die Frauen – Aktivistin Anne Wizorek, die über ein im Suff gemachtes, schlüpfriges Kompliment einen groß angelegten Internet – #Aufschrei veranstaltete und sich damit in den Dienst einer „stern“ – Kampagne gegen den FDP – Politiker Rainer Brüderle stellte, schwieg ebenso wie die meisten deutschen Medien. Dabei darf man annehmen, daß sich die Twitter – erfahrene Netzfeministin durchaus frühzeitig kundig machte – und spätestens mit Erscheinen der ersten offiziellen Meldungen ihrer Empörung Luft hätte machen können.

Stattdessen startete sie mit #ausnahmslos einen #Aufschrei 2.0 – gegen Sexismus UND Rassismus. Die von den Übergriffen betroffenen Frauen werden sich bedanken, daß man in einem Atemzug die Täter vor Rassismus schützen will (der worin genau besteht?) und Männer pauschal zu potentiellen Vergewaltigern stempelt – wie der Grünen – Politiker Michael Gwosdz.

Nicht nur, aber auch und gern von Anne Wizorek verbreitet wird auch die These #Kölnistüberall – zum Beispiel auf dem Oktoberfest mit jährlich zehn Vergewaltigungen und einer hohen Dunkelziffer…offenbar frei erfundene Zahlen, die Polizei dementiert jedenfalls heftig.

Abgesehen davon fragt man sich, wie man etwas vergleichen kann, was so einfach noch nicht da war: Auch auf dem Oktoberfest sah man nie eine Horde von Männern, die sich zusammengerottet hat, um gemeinsam Frauen zu bestehlen und zu begrapschen. Wenn man schon nach Vorbildern fahndet, würde man wohl auf dem Tahrirplatz in Ägypten fündig, also in Nordafrika, wo auch viele der Täter herstammen.

Man fragt sich auch, was in Frauen vorgeht, die nach den Ereignissen in Köln auf die Domplatte ziehen und Schilder gegen Sexismus in die Höhe halten – auf deutsch. Die, die es anginge werden wohl einen Dolmetscher benötigen…

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