Das Ende des Privaten

Das Ende des Privaten

Erstellt am 23.04.2013

Was mich heute umtreibt ist eine zufällige Entdeckung:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/23/eu-will-anbau-von-obst-und-gemuese-in-gaerten-verbieten/

Da will die EU auf Betreiben der Saatgutindustrie alte, traditionelle und natürliche Saatsorten verbieten – nur noch die patentierten und amtlich zugelassenen Arten sollen erlaubt sein.
Seit der berühmten Bananenkrümmung hat die Eu wohl keinen derart unsinnigen Eingriff in die Natur beabsichtigt wie gerade jetzt.
Die Ökobauern und Umweltverbände laufen schon lange Sturm dagegen und jeder Hobbygärtner kennt die Vorzüge von besonderen Obst – und Gemüsesorten.
Was aber noch viel bedeutsamer ist, ist die Kaltschnäuzigkeit, mit der Brüssel immer mehr ins Privatleben seiner Bürger eingreift – und wie schwach der Widerstand dagegen entwickelt ist.
Da es um Teilbereiche ohne große Lobby geht (Ökoverbände sind eine solche ja wohl nicht) gerät das große Ganze aus den Augen:
Scheinbar handelt es sich ja um Einzelmaßnahmen von offenbar geringen Ausmaßen.
Nimmt man diese Maßnahmen aber zusammen, bietet sich dem Betrachter ein ganz anderes Bild:

Der Bürger ist ja schon gläsern (hier arbeitet Brüssel hervorragend mit der Bundesregierung zusammen):

– Biometrischer Personalausweis
– Lebenslange Steueridentifikationsnummer
– Erleichterung der Kontoabfrage
– Vorratsdatenspeicherung mit Bestandsdatenabfrage (Paßwörter, E-Mails, Telefonverbindungen etc.)
– Automatische Auskunft der Meldeämter für GEZ – Erfassung
– Ausbau der Kameraüberwachung auf öffentlichen Plätzen
– Umfangreicher Datenaustausch mit den USA

die Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen.

Mittlerweile allerdings kommt die EU auch physisch in unserem Privatleben an.
War es bislang noch das Glühbirnenverbot, das uns mit giftigen Leuchtmitteln und ungesundem Licht zuhause sitzen läßt

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ungemuetlich-ungesund-unoekologisch-energiesparlampen-in-der-kritik/1567422.html

oder das Bestreben, unser aller Trinkwasser zu privatisieren

http://www.right2water.eu/de/node/5

geht es nun mit der oben erwähnten Richtlinie um das Saatgut, das heißt, die Art, wie Obst und Gemüse in Europa erzeugt werden.

Wieder einmal zeigt sich, wie sehr die EU den Profitinteressen internationaler Konzerne zu Diensten ist. Was spräche denn dagegen, patentiertes und freies Saatgut nebeneinander bestehen zu lassen?
Gesundheitsinteressen können nicht betroffen sein. Warum beschränkt die EU, die doch so gerne die Fackel der Freiheit und der Menschenrechte hochhalten möchte, immer mehr die Freiheit jedes Einzelnen? Warum verknappt sie damit die Vielfalt der Sorten?

Gleichzeitig erschweren uns weitere EU – Bestrebungen die Möglichkeit, gentechnikfrei zu essen:

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/eilmeldung-wer-das-saatgut-kontrolliert-hat-macht-ueber-die-menschen

Die Entwicklung deutet immer mehr auf konfektionierte, industriell hergestellte, genmanipulierte Nahrung von geringer Bandbreite und wenig Sortenauswahl.

Die EU steht nicht für große Freiheit und Rechtstaatlichkeit, sondern für Zwang und Eingriffe in unser Privatleben.
Da sie nicht demokratisch legitimiert ist und quasi von oben herab dekretiert (ohne großartig Widerspruchsmöglichkeiten zuzulassen) wird die Funktion der EU auch in folgendem Beispiel deutlich:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/27/lambsdorff-gluehbirnen-verbot-war-eine-forderung-von-sigmar-gabriel/

D.h. die Regierungen mißbrauchen das Vehikel EU, um Gesetze, die sie in ihrem eigenen Land nicht durch das Parlament bekommen, auf europäischem Wege zu installieren.
Dadurch können die Regierungen der Nationalstaaten an ihren Länderparlamenten vorbei sozusagen durchregieren (das Europaparlament stärkt in diesem Zusammenhang ja eher noch die EU – Kommission als daß es sich als Anwalt der Bürger sieht

http://www.sueddeutsche.de/politik/entscheidung-in-strassburg-eu-parlamentarier-verlangen-verbesserungen-im-haushalt-1.1623159 ).

So lange das den Bürgern nicht bewußt wird, so lange befinden wir uns auf direktem Weg zur Diktatur.

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